07.07.2009 [14:51]

Die Regierungsbilanz: Schwerpunkte sind Beschäftigung und Konjunktur

Foto: SPÖ/Zinner

Mit 68 Regierungsvorlagen und 25 Punkten setzte die SPÖ-geführte Bundesregierung alle Hebel gegen die Wirtschaftskrise in Bewegung.

Bundeskanzler Werner Faymann zog anlässlich der letzten Ministerratssitzung vor der "Sommerpause" Resümee über die Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Wirtschaftskrise: 68 Regierungsvorlagen hatte die Bundesregierung auf den Tisch gelegt. In 25 wesentlichen Punkten kämpfte die Bundesregierung dafür, Beschäftigung zu erhalten und die Konjunktur zu stärken. Zwar hat Österreich eine höhere Arbeitslosigkeit als noch ein Jahr zuvor, dennoch liegt Österreich - was den prozentuellen Anstieg betrifft - an niedrigster Stelle im internationalen Vergleich.

Für den Kanzler ist klar: Der Kampf für Beschäftigung und Konjunktur wird auch im Herbst weitergehen.

Regierung Faymann: 25 Punkte gegen die Krise

Beschäftigung erhalten und Konjunktur stärken
Soziale Netze sichern, in Gesundheit investieren
Mehr Bildung heißt mehr Zukunft
Kultur fördern, Identität und Wirtschaftsfaktor stärken
Infrastruktur: bessere Karten im Wettbewerb
Zukunft heißt: Forschung, Innovation, Klimaschutz
Medienförderung

 


 

Beschäftigung erhalten und Konjunktur stärken

Punkt 1

Doppelbudget 2009/10 beschlossen

Punkt 2

Steuersenkung im Ausmaß von 3,2 Mrd. € beschlossen, darunter
Familienpaket im Ausmaß von 500 Mio.:
• 88% der Reform kommen Menschen mit Einkommen unter € 4.000 zugute / 160.000 Menschen zusätzlich zahlen keine Einkommenssteuer.

Punkt 3Konjunkturpaket 1 im Ausmaß von € 1 Mrd.: „Mittelstandsmilliarde“, AWS (Austria Wirtschafts-Service) – Schwerpunkt: Erhöhung des Haftungsrahmens, Kredite aus Drittmitteln (vor allem Europäische Investitionsbank), zinsgünstige Kredite
Punkt 4Konjunkturpaket 2 im Ausmaß von € 1,9 Mrd.: Degressive Abschreibung, Infrastrukturinvesitionen, Thermische Sanierung, Regionale Beschäftigungsoffensive, zusätzliche Forschungsmittel
Punkt 5Besonders wichtig als Teil des Konjunkturpakets 2: kostenloses Kindergartenjahr
Punkt 6begleitende einkommensstärkende Maßnahmen wie die Senkung der Arbeitslosenversicherung
Punkt 7Im Rahmen des Doppelbudgets: 1 Mrd. € für aktive Arbeitsmarktpolitik: Lehrlingsförderung, Wiedereinstiegshilfen, Facharbeiterqualifikation
Punkt 8Zusätzlich Arbeitsmarktpaket 1: 250 Mio. € für Kurzarbeit neu – 30.000 Arbeitsplätze gesichert
Punkt 9Zusätzlich Arbeitsmarktpaket 2: 400 Mio. bis 2013, sichert 35.000 Arbeitsplätze durch gebündelte Maßnahmen wie eine erweiterte Kurzarbeit – ab dem 7. Monat werden jetzt auch alle SV-Beiträge durch das AMS übernommen; Altersteilzeit, gesetzliche Jugendstiftung, Bildungskarenz; insgesamt profitieren 320.000 Menschen
Punkt 10Unternehmen stärken - Unternehmensliquiditätsstärkungsgesetz im Ausmaß von 10 Mrd. €
Punkt 11Einsetzung der Konsolidierungsarbeitsgruppe (11 Arbeitspakete)
  

Soziale Netze sichern, in Gesundheit investieren

Punkt 12Gesicherte Pensionen: 1,9 Mrd. € mehr für Pensionen und Inflationsausgleich
Punkt 13Das Pflegegeld wird erweitert: Statt 1,6 Mrd. € stehen 2009 1,8 Mrd. € (+ 200 Mio.) und 2010 1,9 Mrd. € (+ 290 Mio.) zur Verfügung
Punkt 14Reform 1. Teil: Kosten der Gebietskrankenkassen werden gedämpft
• Verhandlungen zwischen Hauptverband und Ärztekammer ergeben Kostendämpfung von 1,7 Mrd. Euro
Punkt 1545 Mio. € im Jahr 2009 für Gebietskrankenkassen
• Schaffung des Krankenkassen-Strukturfonds
  

Mehr Bildung heißt mehr Zukunft

Punkt 16Wichtig gerade in Zeiten der Krise: die Bildung stärken,
Stichwörter: Neue Mittelschule, Zentralmatura, Universitätsgesetz – Bildung ist das Fundament für die Zukunft unserer Kinder.
Punkt 17Investitionen in Schulen (SCHEP): 2009/2010: 600 Mio
• 71 Bundesschulen werden erneuert, bis 2018 insgesamt 1,7 Mrd. Euro
  

Kultur fördern, Identität und Wirtschaftsfaktor stärken

Punkt 18Ab 1.Jänner 2010 wird der Eintritt in alle Bundesmuseen für Kinder und Jugendliche gratis
Punkt 19

Trotz Wirtschaftskrise wurde das Budget für Kunst und Kultur deutlich erweitert:
• Die Basisabgeltung für die Bundesmuseen wird von 90,511 Mio. € auf 105,011 Mio. € erhöht
• Die Basisabgeltung für die Bundestheater wird von 138,645 Mio. € auf 142,145 Mio. € erhöht

  

Infrastruktur: bessere Karten im Wettbewerb

Punkt 20Rahmenplan 2009 bis 2014: Fortsetzung des Erfolgsmodells der gemeinsamen Planung von Schiene und Strasse; insgesamt werden in diesen sechs Jahren 22,5 Milliarden € investiert, davon 60% in die Schiene und 40% in die Straße. 360 Kilometer Schienenstrecken werden neu gebaut, 320 Kilometer Autobahnen und Schnellstraßen sind in Planung
Punkt 21Neues Telekomgesetz: volkswirtschaftlich wichtiger Ausbau der Glasfasernetze wird forciert, bestehende Infrastrukturen können einfacher verwendet werden; betrifft insbesondere bereits verlegte Verkabelungen sowie Infrastrukturen außerhalb des Telekommunikationssektors, wie z.B. Kanäle, Verrohrungen und andere leitungsgebundene Anlagen
Punkt 22Neue ÖBB-Struktur: klare Strukturen für besseres Wirtschaften:
  

Zukunft heißt: Forschung, Innovation, Klimaschutz

Punkt 23

Klarer Ausbau der Forschungsförderung in Österreich:
Globalschätzung 2009: 7,65 Mrd. € F&E-Ausgaben (+ 1,8% zu 2008), davon € 2,9 Mrd. € von Bund und Ländern. Steigerung der F&E-Quote von 2,66% (2008) auf 2,73% (2009)

• KLI.EN: Schwerpunkt Innovation & Mobilität. Klima- und Energiefonds: Mit 129 Mio. Euro wurden bisher 17.500 Projekte in 15 Programmen gefördert, 2009-2010 werden in Summe rund 300 Mio. € investiert

Umweltförderung: für die Verbesserung der ökologischen Qualität der Gewässer in den Jahren 2007 bis 2015 ist ein Förderungsrahmen von 140 Mio. € vorgesehen, für die Umweltförderung und im In- und Ausland für die Periode von 2009 bis 2013 ein Zusagerahmen von jährlich 90 Mio. €

Punkt 24Ökoprämie 45 Mio. Euro: 1500,- Euro pro 13-Jahre alten PKW,
insgesamt 30.000 im Paket, 50% finanzieren Händler, 50% finanziert Bund
  

Medienförderung

Punkt 25Erstmals Förderung von privaten Rundfunkbetreibern. Ingesamt 12 Mio. € neu für Medienförderung, davon 6 Mio. € neue Budgetmittel, weitere rund 6 Mio. € werden aus dem Digitalisierungsfonds gespeist. Sämtliche Mittel sind aus den Einnahmen der Rundfunkgebühren finanziert